Privatschulen – Tipps für Eltern und Schüler

Privatschulen stellen für immer mehr Eltern eine interessante Alternative zur staatlichen Schule dar, fast jeder 12. Schüler in Deutschland besucht eine Schule in privater Trägerschaft, Tendenz steigend. Die erworbenen Schulabschlüsse sind gleichwertig zu denen staatlicher Schulen, alle Schulformen werden angeboten.

Da stellt sich die Frage nach dem Außergewöhnlichen dieser Schulen:
Sie zeichnen sich durch fortschrittliche Lehrmethoden, eine hochwertige (technische) Ausstattung und – womöglich die wichtigste Qualität – individuelle Förderung eines jeden Schülers aus.
Dazu passt das Klassenbild: kleinere Lerngruppen tragen zum besseren Lernerfolg bei, die individuellen Fähigkeiten der Kinder werden gezielter gefördert.

Ein zweiter interessanter Aspekt einiger derartiger Bildungseinrichtungen ist die Garantie, dass Unterricht stattfinden wird. Das klingt zunächst banal, doch wer die Situation an staatlichen Schulen kennt, wenn im Krankheitsfall eines Lehrers teils für Monate ein Fach komplett wegfällt, weiß um die immensen Vorteile dieser Garantie. Nichts desto trotz muss darauf geachtet werden, dass in diesem Fall Unterricht nicht zum Selbstzweck wird, also eine Beschäftigungskur inhaltliche Arbeit ersetzt. Dies bedeutet nicht nur eine massive Zeitverschwendung für Schüler wie Lehrer, sondern kann auch Spaß am Lernen und Lust auf Schule nehmen.

Ein weiterer Punkt, der das Interesse einiger Familien wecken dürfte, ist das Angebot einiger privater Schulhäuser, die Kinder in einem Internat unterzubringen. Und dies bringt nicht nur logistische Vorteile mit sich, da der tägliche Schulweg auf ein Minimum reduziert wird.
Sondern auch die Persönlichkeit der jungen Menschen kann sich vor Ort prächtig entfalten, das Kind lernt Eigenständigkeit, kann sich an neue Vertrauenspersonen neben den Eltern gewöhnen und gleichzeitig soziale Kontakte zu Mitschülern aufbauen und pflegen. Und schlussendlich hilft eine gewisse Distanz nicht selten der Eltern-Kind-Beziehung schwere Zeiten im Verlaufe der Pubertät unbeschadet zu überstehen.
Dennoch ist auch das Internat nicht unbedingt eine geeignete Wahl für jeden, denn die neue Situation kann Kind und Eltern überfordern, Heimweh sei als Beispiel genannt. Auch kann es passieren, dass, durch den Wegfall elterlicher Aufsicht, die schulische Motivation einbricht. In diesem Fall muss man auf fähiges Betreuungspersonal hoffen.

Letztendlich sind natürlich auch die Kosten für den Unterricht an einer Privatschule nicht zu vernachlässigen, ganz im Gegenteil, sie können essentiel für die Entscheidung pro oder kontra eine Schule sein.
Doch vor dieser Aufgabe stehen die Eltern in der Regel nicht allein, denn die Pflicht des Staates, jedem Bürger freien Zugang zu Bildung zu gewähren, resultiert in einem staatlichen Zuschuss zum Schulgeld, sodass nur ein Teil dessen von den Eltern selbst getragen werden muss.

In diesem Sinne ist eine Privatschule heutzutage sicherlich für viele Eltern eine Option, doch nach wie vor gilt, dass jedes Kind eine Schule finden muss, an dem es sich intellektuell sowie sozial entwickeln kann, egal ob Privat- oder öffentliche Schule.